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Geschichten über Bilder, die irgendwann irgendwo s o n s t entstanden sind.

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Mein Arbeitsweg hat am Morgen eine östliche Richtung. Andreas radelt jeden Morgen gen Westen. Und so werde ich zwar manchmal von der aufgehenden Sonne geblendet, aber Andreas konnte statt Sonnenaufgang heute morgen, so gegen 6.30 Uhr eine andere Seite des frühen Sonnenscheins über Potsdams Innenstadt erleben und fotografieren.

 

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Fotos: Andreas Bauer

 

 

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Das Leben in Neubaugebieten, speziell in den sogenannten Plattenbaugebieten aus DDR-Zeiten, ist mit vielen Vorurteilen behaftet. Und so war die Vorstellung sehr ambivalent, ein Kunstfestival gerade in diesem ehemaligen DDR-Neubaugebiet Drewitz anzusehen. Das Kunstfestival Localize nutzte bisher alljährlich eher leerstehende Gebäude oder brach liegende Flächen im Stadtzentrum von Potsdam. Aber nun ging es an diesem sommerlichen Wochenende nach Drewitz, ehemals ein kleines Dörfchen, auf dessen umliegenden Feldern in den 1980er Jahren die Platten hochgezogen wurden. Das sommerliche Wetter und die Ankündigungen der Künstler lockten mich nun nach Drewitz. Es war nicht nur die reine künstlerische Neugierde, die mich nach Drewitz trieb, sondern auch die Erinnerung an die Vergangenheit. Denn ich kenne das Leben sowohl in meinem ehemaligen (Heimat)-Dorf als auch in diesem Wohngebiet. Einige Jahre habe ich mit meinen Kindern in Drewitz gelebt. Ich selbst habe zwar irgendwann die Tage gezählt bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich aus diesem Wohngebiet wieder verschwinden durfte. Aber das Leben in dem Neubaugebiet hatte auch Vorteile: großzügige Spielplätze, grüner und vielfältiger als man denkt, Kitas, eine tolle Schule mit engagierten Lehrerinnen, kurze Einkaufswege und viele andere Kinder. Aber zurück zur Kunst. Bevor es richtig los ging, gab es erst einmal einen erfrischenden Cidre. Sehr ungewöhnlich in dieser Umgebung, aber schön. Einige der Drewitzer Einwohner nutzten die Gunst der Stunde ebenfalls und genossen die lockere Atmosphäre. Andere blieben allerdings in ihrer Wohngebietsgaststätte. Nach einigen Eröffnungsreden konnten wir Besucher uns dann endlich die vielen verschiedenen Ausstellungen, Installationen und Filme ansehen. Die Wohnungsgesellschaft ProPotsdam hatte einige leere Wohnungen zur Verfügung gestellt, die von den Künstlern auf vielfältige Art und Weise genutzt werden konnten. Für mich war es nicht nur die Kunst, die faszinierte, sondern auch die Wohnräume an sich, mit all den (selbst erlebten) Unzulänglichkeiten.

 

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Einchecken im Hotel Mercure in Potsdam, mit einem inneren Lächeln, wegen der Anreise, der Vertrautheit der umliegenden Gebäude, Straßen und Plätze, wegen der Anreise mit dem Fahrrad. Von Babelsberg nach Potsdam ging die Reise. Einmal im Hotel Mercure in Potsdam übernachten. Von oben auf Potsdam schauen, eine ganze Nacht lang. Diesen Wunsch hatte ich schon lange und in Form eines Geburtstagsgeschenkes konnte ich ihn mir nun erfüllen. Das ehemalige Interhotel, nun Hotel Mercure, ist durch seine architektonische Präsens im Zentrum von Potsdam umstritten. Gebaut in den 1960er Jahren als ein Symbol des Fortschritts, aber auch als ein Symbol für die vermeintlich bessere Gesellschaftsordnung. Nun soll es abgerissen werden, zumindest nach Meinung einiger oder vieler Menschen in Potsdam. Die Debatte um diesen Abriss erscheint ideologisch aufgeladen. Am aktuellen städtebaulichen Wettbewerb um den Lustgarten nehmen sieben Planungsbüros teil. Alle sieben favorisieren den Abriss des Hotelbaus um die Sichtverbindung zwischen Landtagsschloss und Lustgarten herzustellen. Aber diese Verbindung gibt es nicht mehr. Auch ohne Hotel-Hochhaus bliebe der hauptsächliche städtische Raum des ehemaligen Lustgartens – Teile davon waren jahrhundertelang übrigens Exerzier- und Aufmarschplatz für die preußische Armee – reserviert für den starken Autoverkehr und auch für die Trasse der öffentlichen Verkehrsmittel. Auch ohne Hotel blieben die unansehnlichen, riesigen, betonierten, asphaltierten und gepflasterten Flächen rund um das Landtagsschloss erhalten. Die Frage des ursprünglichen Lustgartens, so wie einmal angelegt wurde, im ausgehenden 17. Jahrhundert, scheint sich den Abrissbefürwortern nicht zu stellen. Die verkehrstechnische Problematik wird so gut wie nie in diesem Zusammenhang diskutiert.

Das Hotel ist gut ausgelastet. Es brauchte einige Anläufe, ehe ich eine passende Reservierung hatte, um dann auch meinen Geburtstagsgutschein einzulösen. Ja, ich wollte einmal in diesem Hotel sein, nicht nur um der aktuellen Debatte nachzuspüren, sondern auch um ein wenig in der eigenen Vergangenheit zu wühlen. Als Kind und Jugendliche waren es der Intershop des Hotels und das Terrassencafé, die mich faszinierten. Oder mich lockte die Teilnahme am Malwettbewerb „Asphalt und Kreide“, der in den 1970er Jahren rund um das Hotel stattfand. An diese Erlebnisse und andere im Zusammenhang mit dem ehemaligen Interhotel konnte ich in Ruhe denken, beim Blick auf das abendliche Potsdam und beim üppigen Frühstücksbuffet am darauffolgenden Morgen.

 

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Blick von der Havel auf das Hotel und die Nikolaikirche.


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Da sich an den kleinen Grundrissen der Zimmer nichts ändern lässt, wurden Bad und Garderobe sehr geschickt und platzsparend eingebaut.

 

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Einige Details im Inneren des Hotelzimmers. 

 

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Blick direkt aus dem Zimmer (in der 10. Etage) in Richtung Westen, auf Teile des ehemaligen Lustgartens bzw. Exerzierplatzes. 

 

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Blick von der Notausgangstreppe in die südliche Richtung auf den Brauhausberg, die Havel, die Speicherstadt und Teile des wiederhergestellten Lustgartens mit dem Neptunbecken. Die landschaftliche Schönheit des waldreichen Havelufes überzeugte den Großen Kurfürsten, Potsdams altes kleines Renaissanceschloss zu einer prachtvollen barocken Residenz umzubauen.

 

 

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Die Dreharbeiten sind abgeschlossen. Hollywood ist weg. Die Aufräumarbeiten am Filmset sind in vollem Gange – und das Wachpersonal ist wieder etwas entspannter und fragt freundlich, als wir uns den Absperrungen nähern, ob man helfen kann. Betreten darf man die Glienicker Brücke zwar noch nicht. Jedoch kann man fotografieren. Dutzende von Menschen sind damit beschäftigt aufzuräumen. Der Kunstschnee klebt am Boden und es scheint mühselig, den Asphalt davon zu befreien. Der Motor eines historischen Armeefahrzeugs wird angelassen und wird selbst zur Nebelmaschine mit seinem ‪Zweitaktmotor‬. Ein Souvenir fällt uns noch in die Hände: die Absperrplanung für das Filmset.

 

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