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Geschichten über Bilder, die irgendwann irgendwo s o n s t entstanden sind.

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Der östlichste schmale Landstrich der Ostsee-Halbinsel Fischland-Darß-Zingst liegt schon im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Erreichbar sind die Sundischen Wiesen und auch der Pramort nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad von Zingst aus. Die flache Ostsee- und Boddenlandschaft breitet sich vor dem Pramorter Aussichtsturm aus. Wir waren froh, dass uns der Wind wohl gesonnen war und uns ganz in Ruhe ließ. So konnten wir die Landschaft genießen. Unser Ziel war es, am Pramort zu erleben, wie die Kraniche in der Dämmerung ihre Schlafplätze im flachen Boddengewässer aufsuchen. Es war unglaublich beruhigend, nur den Vögeln zu lauschen: schnatternden Gänsen, singenden Schwänen und trompetenden Kranichen. Als wir in der Dämmerung wieder zurück radelten, machten sich schon die Wildtiere bemerkbar und kreuzten unseren Weg: ein Fuchs, zwei Feldhasen, viele Rehe – aber Gott sei Dank kein Wildschwein.

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Die Natur erholt sich durch den Nationalparkschutz. Kaum vorstellbar, dass diese Landschaft der NVA mal als Schießübungsplatz diente.

 

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Mit beginnendem Sonnenuntergang beginnen die Kraniche ihre Schlafplätze anzufliegen.

 

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Vom Beobachtungsturm aus sahen wir eine Gruppe Hirschkühe, die sich in der offenen Schilf-Landschaft sehr wohl fühlen.

 

 

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Am Wochenende waren wir wieder einmal in der Lausitz, nicht nur Freunde besuchen, sondern auch auf Entdeckungstour. Dieses Mal wollten wir uns den riesigen Landschaftspark Kromlau in der Oberlausitz ansehen, der 200 Hektar groß ist. (Im Vergleich dazu: Der Park Sanssouci ist 289 Hektar groß.) Noch war es nicht sehr herbstlich. Es war regelrecht sommerlich warm. Durch den Park spazierten trotzdem nur eine Handvoll Besucher. Der Pückler-Park in Bad Muskau ist in der Nähe und lockt durch seine Bekanntheit und durch seine architektonischen Highlights mehr Spaziergänger an. Und doch lässt sich gerade an den unbekannten Orten wie in Kromlau das Besondere entdecken. In einem kleinen Café, unmittelbar am Parkrand, saßen wir unter einem Baum, der sehr große weiche Blätter hatte und diese ganz besonderen, ca. 10 cm langen Früchte trug. Und diese leuchteten so verführerisch, dass A. natürlich eine pflückte und wir diese nach Hause mitnahmen. Die Recherche, zu welchem Baum die Frucht gehörte, war Gott sei Dank erfolgreich. Es ist die Frucht einer Schirm-Magnolie.

 

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Die Zeit hat in ungeahnter Vergänglichkeit gewirkt und aus der strahlenden Frucht eine vertrocknete werden lassen. Braun und unansehnlich. Aber dafür hat die Frucht die Samen freigegeben. Kleine, rot-orangefarbene und sehr feste Kerne.  

 

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Foto: Antje Waldenburger.

 

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Ein Titelbild der tollen Zeitschrift „Der Fritz“ hat es mir angetan. Drei nicht mehr ganz junge Menschen strahlten etwas aus, dass mich neugierig machte. Die brandenburgische Provinz fasziniert mich sowieso: Egal ob Templin, Rheinsberg oder Kloster Zinna, es gibt Orte, da bin ich mehr als einmal in meinem Leben. Nun sollten wir auch reif sein für die Insel im Kyritzer Untersee, die seit Mai 2014 neu erobert wurde, von den Dreien, die im Beitrag des „Fritz“ so von ihrem Traum schwärmten. Was gibt es auf der Insel? Eine backsteinrote Gastwirtschaft, mit dem Flair der 1920er Jahre, viele Stege am Wasser zum Beine ins Wasser baumeln, Schafe, die das Gras schön kurz halten, uralte Bäume, an deren stärksten Ästen Schaukeln hängen, die auch Erwachsene aushalten, originelle Speisen und hippe Getränke – und ein toll gemischtes Publikum. Das sind die Kyritzer, die sich mit Handschlag begrüßen und die etwas zurückhaltenden „Berliner“. Also, es gibt beim kalten Weißwein richtig etwas zum Beobachten. Und alle 20 Minuten bringt der Fährmann neue Leute. Am 22. August gab es sogar einen unglaublichen Höhepunkt: ein richtiges Fest für ALLE, den Kyritzer Bootskorso und die Insel lag mittendrin, mit toller Musik und wunderbar farbigen Illuminationen. Die Boote, die die Insel umkreisten, waren ebenso fantasievoll geschmückt und beleuchtet. (Die meisten Boote waren übrigens batteriebetrieben und so wehte nur die Musik über den See und es machte einen sehr harmonischen Eindruck.) Ich bin gespannt, wann es mich wieder einmal auf die Insel zieht!

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Im Hintergrund, das kleine Boot, ist die Fähre, die den Transport zur Insel übernimmt.

 

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Die Gastwirtschaft liegt direkt am Wasser, aber schön schattig unter den alten Bäumen.

 

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Und das sind sie, die „Rasenmäher“. 

 

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Beim Bootskorso stimmte der Kyritzer Shantychor Stella Maris auf den Abend ein. (Wann habe ich eigentlich das letzte mal vorher Shanties gehört?)

 

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Aber es gab auch die leiseren Töne auf dem Piano. 

 

 

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Der Städter und die Städterin brauchen Ortsveränderung. Das lange Wochenende nach dem 1. Mai ist wie geschaffen dafür. Die Seen südlich von Neustrelitz sollen mit einem kleinen Hausboot (Grundfläche 2,50 x 2,00 m) „erobert“ werden. Für drei Tage werden Vorräte, Isomatten und Schlafsäcke gebunkert. Die Wettervorhersage verspricht Kälte, da ist ja dann nicht einmal ein Kühlschrank notwendig, dafür sind warme Klamotten notwendig. Die Einweisung des jungen Mannes in die Bedienung des Bootsmotors war eher oberflächlich. (Was ist eigentlich ein Choke? Stimmt, der Trabant hatte so etwas, damals, vor einem Vierteljahrhundert!)

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Auf den Seen war es windig und A. konnte das etwas unförmige Boot kaum auf Kurs halten. In den Verbindungskanälen war es dafür wildromantisch und ruhiger. Erster Höhepunkt war auch gleich die erste Schleuse. Angst bekamen wir kurz vor einer Brückendurchfahrt, als uns ein ziemlich großes, bungalowartiges Boot nur wenige Meter davor entgegenkam. 8-10 junge, betrunken grölende Männer feierten eine Party an Deck und der Bootsführer rammte erst einmal einen Brückenpfeiler. In diesem Stil schienen sie auch auf uns zuzusteuern. Gott sei Dank beherrschte A. schon sehr zügig den Rückwärtsgang und so konnten wir uns in Sicherheit bringen.

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Der erste abendliche Anlegeplatz war windgeschützt und wild romantisch. Nach belegten Broten, Rotwein und dem Trompeten einiger Kraniche, kam das Abendrot! Und all die Haubentaucher, Gänse und Blessrallen, die im angrenzenden Schilf schwammen, schnatterten uns in den Schlaf.

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Nach einer sternenklaren (und also sehr kalten) Nacht, wärmte uns ein sonniger, klarer Morgen. Ein Morgen wie ein Vorgriff auf einen folgenden Sommertag. Beim ersten Pott Kaffee und Vogelgezwitscher, studierten wir die Karte der weitläufigen mecklenburgischen Gewässer. Die verschlungenen Wege der Havel und die sich abwechselnden Seen schienen gar kein Ende zu nehmen auf unserer Fahrt. Der Himmel erstrahlte und mit ihm das Maiengrün. Schöne Orte, die wir vom Wasser aus sahen, waren eine überdachte Holzbrücke oder die Häuser von Priepert, einem kleinen Dorf, das sich am Ufer des gleichnamigen Sees erstreckte. Ein kleiner Kanal zweigte vom See ab und einige, direkt am See stehende Bootsschuppen sorgten für einen idyllisch-friedlichen Anblick.

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Der zweite abendliche Ankerplatz lag in einer bewaldeten Bucht der Havel. Die letzten Menschen, die wir am Abend sahen, waren gegen halb acht Uhr abends zwei Männer in einem Kanu. Danach war bis zum nächsten Morgen keine Menschenseele unterwegs. So viel Einsamkeit hätte ich nicht erwartet...

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