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Geschichten über Bilder, die irgendwann irgendwo s o n s t entstanden sind.

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Der Winter naht und mit ihm dunkle, nasskalte Tage, die wenig einladend sind, um da draußen in der Umwelt zu fotografieren. Außer man setzt sich das Ziel, besonders düstere oder melancholische Stimmungen auf den Kamerachip zu bringen. Nein, es wird kein Novembergrau digitalisiert. Nun wird im Haus gewerkelt. Die seit Jahren gesammelten Weinkorken unseres Lieblingsrotweins erhalten eine neue Bestimmung. Sie werden längs halbiert und so zusammengesetzt und verklebt, dass die aufgeschnittenen Seiten eine wunderbar große und stabile Korkpinnwand ergeben. Aber bevor es soweit ist, füllt geduldiges Einschlagen der Nägel den Samstag.

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Nachschub an Holzleim im Baumarkt besorgen, unterbricht die Tätigkeit des Handwerkers. Ansonsten genießt er es, beim Arbeiten mal wieder so richtig schöne lange Musiktitel zu hören, wie z.B. der 26minütige Song „Flying“ von UFO. Natürlich gibt es hinterher eine Flasche Mederaño Tinto von Freixenet als Belohnung, aber nur mit echtem KORKEN.

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Der Herbst kommt. Es ist immer wieder schön, sich noch einmal an den Farben satt zu sehen. Die letzten Dahlien blühen. Jedes Mal ist man überrascht von dieser leuchtenden Pracht. Ja, es ist kitschig. Ich weiß. Aber es ist auch das Bild Nr. 5000, das ich mit meiner Kamera geknipst habe. Und aus diesen Gründen erblickt das Blumenfoto das Licht der medialen Öffentlichkeit.

 

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Nun wird es herbstlich und es drängt alle Stadtmenschen noch mal ins Grüne, auf die Dörfer und in die Wälder rund um Berlin. Da geistern schon einige Gedichtzeilen in meinem Kopf herum, zu denen man mal wieder die Bilder auffrischen könnte.

Ich sage nur (bzw. zitiere Theodor Fontane):

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit,
Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenn´s Mittag vom Turme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll...

Mit dieser goldigen Idylle vor Augen, machten wir uns auf den Weg nach Ribbeck. Das Dorf ist klein, wahrscheinlich sind an einem friedlichen und sonnigen Sonnabendnachmittag mehr Besucher als Einheimische auf den Straßen. (Immerhin sind vier Cafés zu füllen.) Die Birnen leuchteten uns heute nicht, dazu waren die frisch gesetzten Birnbäume zu mickerig, aber die Scheunen, das Pfarrhaus, das Schulgebäude, das Waschhaus, die Kirche, das Schloss und die Brennerei glänzen liebevoll restauriert. Vor jeder Sehenswürdigkeit stand eine Stele mit vierseitig angeordneten umfangreichen Informationen. Ribbeck im Spiegel einer tausendjährigen Besiedlungsgeschichte. Der Bildungsbürger ist zufrieden, hat er doch bald etwas zum Weitererzählen. Aber liebe Tourismusverantwortliche, muss es denn auf einigen Wegen gleich zu einem ganzen Schilderwald kommen? Auf dem platten Land, und auch noch im Luch, da kann man doch eh bis weit hinter den Horizont sehen.

Lesetipp ist, neben Fontane, auch die 1991 erschienene kritische Erzählung „Die Birnen von Ribbeck“ von Friedrich Christian Delius.

 

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Impressionen aus Ribbeck im Havelland.

 

 

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Zerbrochenes Glas im Fenster eines verlassenen Krankenhauses und abblätternde Farbschichten in den Zimmern und Fluren dieser ehemaligen Lungenheilstätte in Beelitz bei Potsdam, locken Menschen an. Außerdem wird Kunst gezeigt, in diesen morbiden Gemäuern. Junge Kunst von Kunststudenten aus aller Welt wird zwei Tage präsentiert. Viele Besucher nutzen diese Ausstellung aber auch, um legal einen Blick in die sonst verschlossenen und verfallenden Lungheilstätten zu werfen. Mich fasziniert die Poesie einiger Kunstwerke, die eins wurden mit dem sie umgebenden Raum. Die Natur erorbert sich den genommenen Platz zurück. Aber auf eine märchenhaft poetische Art und Weise: Efeu „ergießt“ sich durch geöffnete Fenster über den Boden. Die Pflanzen geben sich nicht mehr mit den äußeren Mauern zufrieden. Schmetterlinge ziehen sich zurück ins dunkle, kühle Gemäuer...

 

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Installation von Vanina Tsvetkova (Bulgarien).

 

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Installation von Oya Özkan (Türkei).

 

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Treppenhaus in einem der Gebäude der Beelitzer Heilstätten.

Unbekannter Künstler. Foto: Andreas Bauer

 

 

 

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